Erwerbsminderungsrente abgelehnt

Rente & Vorsorge

Warum Anträge auf Erwerbsminderungsrente häufig abgelehnt werden

Die Ablehnung einer Erwerbsminderungsrente trifft viele völlig unerwartet. Dabei liegt der Grund selten darin, dass „nichts vorliegt“, sondern darin, wie die Rentenversicherung Leistungsfähigkeit und Unterlagen bewertet.

Entscheidend ist nicht, wie schwer sich der Alltag anfühlt, sondern wie viele Stunden tägliche Erwerbsfähigkeit aus Sicht der Akten angenommen werden.

Was eine Ablehnung konkret bedeutet

  • Die Rentenversicherung geht von ausreichender Erwerbsfähigkeit aus.
  • Medizinische Gutachten kommen zu einer anderen Einschätzung als behandelnde Ärzte.
  • Es wird eine teilweise Erwerbsminderung oder Erwerbsfähigkeit angenommen.
  • Rehabilitationsmaßnahmen gelten als vorrangig („Reha vor Rente“).

Die Entscheidung beruht auf Aktenlage und Gutachten – genau diese Grundlage muss geprüft werden.

Typische Gründe für die Ablehnung

  • Leistungsfähigkeit wird mit mehr als 3 bzw. 6 Stunden täglich eingeschätzt.
  • Gutachten bewerten Einschränkungen anders als erwartet.
  • Behandlungsverlauf gilt als nicht ausgeschöpft.
  • Unterlagen sind aus Sicht der Rentenversicherung nicht eindeutig genug.

Häufig geht es nicht um „ob krank“, sondern um die rechtliche Einordnung der Belastbarkeit.

Was jetzt sinnvoll ist

1) Frist sichern

Wenn du die Entscheidung angreifen willst, musst du zuerst fristgerecht reagieren. Ohne fristwahrendes Handeln wird der Bescheid bestandskräftig.

2) Akteneinsicht beantragen

Ohne Akteneinsicht weißt du nicht, welche Gutachten, internen Bewertungen oder fehlenden Nachweise entscheidend waren. Akteneinsicht ist deshalb in EM-Verfahren besonders wichtig.

3) Begründung gezielt aufbauen

  • Welche Aussagen im Gutachten sind angreifbar?
  • Welche Einschränkungen wurden nicht berücksichtigt?
  • Welche ärztlichen Stellungnahmen fehlen oder wurden übergangen?

Typische Fehler (bitte vermeiden)

  • Frist verstreichen lassen aus Überforderung oder Unsicherheit
  • Ohne Akteneinsicht pauschal widersprechen
  • Gefühle schildern statt medizinisch/rechtlich zu argumentieren
  • Alles gleichzeitig angreifen statt gezielt die Kernpunkte

Wenn die Frist bereits vorbei ist, gibt es einen anderen Weg – dieser ist nicht Widerspruch, sondern eine spätere Überprüfung.

Passende Schritte auf AMTHERO

Hinweis: Akteneinsicht ersetzt nicht das fristgerechte Handeln. Frist zuerst sichern, dann gezielt prüfen und begründen.

Häufige Fragen

Warum wird so oft abgelehnt?

Weil die Bewertung stark von Gutachten und Akten abhängt und die gesetzlichen Kriterien sehr eng gefasst sind.

Ist ein Gutachten endgültig?

Nein. Gutachten sind Teil der Entscheidungsgrundlage und können im Rahmen eines Widerspruchs überprüft werden.

Was, wenn ich die Frist verpasst habe?

Dann kann ein Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X in Betracht kommen – das ist ein anderes Verfahren für bestandskräftige Bescheide.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Maßgeblich sind der individuelle Bescheid, die Rechtsbehelfsbelehrung und die konkreten medizinischen sowie versicherungsrechtlichen Unterlagen.

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